GWW-Jahrestagung 2026 in Bonn: Gute Stimmung trotz herausfordernder Lage
Trotz wirtschaftlicher Spannungen stimmen die Zahlen des Verbandes; für einen „klaren Kurs“ in der politischen Lobbyarbeit sorgt die vorgestellte Reform-Kampagne des GWW-Vorstands zum EStG. Eine verbandsinterne Mitteilung sorgte darüber hinaus für einen Gänsehautmoment.
Unaufgeregt und sachlich, aber mit wichtigen Impulsen gefüllt verlief die diesjährige Jahrestagung des Gesamtverbandes der Werbeartikel-Wirtschaft (GWW) mit anschließender ordentlicher Mitgliederversammlung am 22. und 23. Juni in Bonn. 51 Mitglieder folgten der Einladung des Verbandes und nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Diskussion aktueller Branchenthemen und leisteten Ihren Beitrag zur Mitgestaltung der Verbandsarbeit.
Das Wichtigste vorweg: Der GWW steht trotz eines wirtschaftlich anspruchsvollen Umfelds auf einem soliden Fundament. Der neue Werbeartikel-Monitor 2025 weist für die Branche insgesamt einen erheblichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr aus, für das kommende Jahr sind die Umsatzerwartungen und -befürchtungen bei Beratern und Händlern ebenfalls (noch) nicht wieder durchgehend positiv. Allerdings bleibt die finanzielle Lage des Verbandes selbst jedoch stabil. Entsprechend eindeutig fiel das Votum der Mitglieder aus: Vorstand und Geschäftsstelle wurden mit 100 bzw. 98 Prozent der Stimmen entlastet.
Den Auftakt der Veranstaltung bildeten zwei Vorträge mit unterschiedlicher, aber durchaus ergänzender Perspektive. Prof. Dr. Michael Kleinjohann von der International School of Management Köln lenkte den Blick auf die oftmals unterschätzten Stärken haptischer Werbung und warb für mehr Selbstbewusstsein bei der Kommunikation ihrer Wirkung. Umsatzcoach Klaus Schinko vermittelte anschließend praxisnahe Erkenntnisse u.a. zur telefonischen Akquise und sorgte mit interaktiven Übungen auch für die humorigen Momente dieser Veranstaltung. Engagiert zeigten sich auch die GWW Young Professionals, deren Vertreter Moritz Schülbe und Linus Böll auf die GWW-YP-Akademie 2026 (21.07. – 23.07.2026) aufmerksam machten.
Highlight des ersten Sitzungstages war das traditionelle GWW-Summermeeting am Abend: der Außenbereich des Dorint-Hotels sorgte mit seinem sommerlich-gefühligen Ambiente für eine ausgelassene Stimmung. Gute Gespräche und viele augenzwinkernde Momente prägten den Abend, mit zunehmender Dämmerung gab auch die gefällige Beleuchtung der Innenterasse Ihren Beitrag dazu, dieses Event mit reichlich atmosphärischem Flair zu versehen, dem sich kaum ein Mitglied entziehen konnte oder wollte. Auch die angebotene, hochklassige Verpflegung sorgte dafür, dass die Tische stets besetzt blieben.
In der Mitgliederversammlung berichtete GWW-Vorstandsvorsitzender Frank Jansen über die politische Arbeit des Verbandes. Zahlreiche Gespräche mit Entscheidungsträgern in Berlin haben gezeigt, wie komplex politische Prozesse derzeit sind. Gleichzeitig präsentierte er die aktuelle Reforminitiative des GWW zur steuerlichen Behandlung von Werbeartikeln, die gemeinsam mit BGA und ZAW entwickelt wurde. Mit einem Forderungspapier, einer Steuereinnahmenschätzung und vorbereiteten Anschreiben für Bundestagsabgeordnete will der Verband den Themen Bürokratieabbau und Steuerrecht neuen Nachdruck verleihen. Auch die GWW Young Professionals hatten am Vortag Ihr Engagement für dieses Ziel in den Vordergrund gestellt. Ralf Uwe Schneider präsentierte die Ergebnisse der im vergangenen Jahr sehr erfolgreich betriebenen Hochschularbeit. Die Branche darf mit den Ergebnissen, die den GWW nach den Worten Schneiders „weltweit in Führung“ gebracht hätten, zufrieden sein.
Für den emotionalsten Moment der Veranstaltung sorgte schließlich GWW-Geschäftsführer Ralf Samuel. Nach 26 Jahren an der Spitze des Verbandes verabschiedet er sich zum 30. Juni 2026 aus der operativen Verantwortung. Unter seiner Führung entwickelte sich der GWW zu einem finanziell hervorragend aufgestellten Verband mit einem deutlich erweiterten Leistungsangebot für seine Mitglieder. In einer persönlichen Laudatio würdigte Frank Jansen das jahrzehntelange Engagement Samuels. Die Mitglieder dankten ihm seinen nimmermüden Einsatz mit langanhaltendem stehendem Applaus – ein bewegender Schlusspunkt dieser Jahrestagung.
















